Wie Glatz Menschen und Städte vor der Sonne schützt
von Fiona Rast

«Ein Schirm ist nicht gleich ein Schirm», erklärt Markus Glatz, Verwaltungsratspräsident und Inhaber des Familienunternehmens in vierter Generation, bei unserem Besuch am neuen Firmensitz der Glatz AG in Frauenfeld. Die Anforderungen an Sonnenschirme hätten sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Längst gehe es nicht mehr nur um Funktionalität. Design, Qualität, Bedienkomfort und Service spielten eine ebenso wichtige Rolle. Ein modernes Schirmkonzept muss sich flexibel anpassen und der Sonne folgen können. Dies ermöglichte unter anderem die Entwicklung des Seitenmastschirms, der dank seiner Neige- und Drehfunktion aus verschiedenen Winkeln Schatten spendet und so neue Möglichkeiten im Sonnenschutz bietet. Eine weitere Innovation von Glatz ist das gegenläufige Öffnungsprinzip mit Teleskopsystem: Diese Technik macht es möglich, dass ein Grossschirm beim Schliessen nach oben fährt, sodass der tiefste Punkt des Schirmdachs im geschlossenen Zustand über dem Mobiliar liegt. Besonders in der Gastronomie ist dies von Vorteil, da Tische und Stühle beim Schliessen des Schirms nicht verschoben werden müssen.
Ein Schirm ist nicht gleich ein Schirm
Sonnenschutz nach Mass
Neben innovativem Design zeichnet sich Glatz auch durch massgeschneiderte Schirme aus, die individuell auf die Wünsche der Kunden abgestimmt werden. Ob asymmetrische Grossschirme oder Spezialanfertigungen in Sondergrössen, Glatz ermöglicht es, Schirme so zu gestalten, dass sie sich perfekt in die jeweilige Umgebung einfügen. Darüber hinaus bietet das Unternehmen mit einer Auswahl von 70 verschiedenen Stofffarben und der Möglichkeit, auch das Gestell farblich anzupassen, umfangreiche Individualisierungsmöglichkeiten. Glatz richtet sich an einen breiten Kundenkreis, der von Privatpersonen über Betriebe in der Gastronomie und Hotelbranche bis zu Städten reicht. Diese Kunden-Diversität bietet dem Unternehmen auch eine gewisse Robustheit gegenüber Marktschwankungen.

Der Gartenschirm Sombrano® S+ bietet durch seine Neige- und Drehfunktion optimalen rundum Sonnenschutz.
Ein Blick in die neue Glatz Produktionshalle
COO Rolf Keller führt uns mit spürbarer Begeisterung durch die neue, moderne Produktionshalle in Frauenfeld. Hier werden die Schirme von Glatz direkt nach Kundenwunsch gefertigt. Die Stoffe werden von Hand genäht, bevor der Schirm vor Ort montiert wird. Nach Eingang der Bestellung erfolgt die Lieferung innerhalb von 10 bis 15 Tagen. Hier hat Glatz AG drei zuvor separate Standorte zusammengeführt, wodurch Transportwege verkürzt und Arbeitsabläufe effizienter gestaltet werden konnten.
Nachhaltigkeit wird am neuen Firmensitz grossgeschrieben. Das Gebäude ist optimal isoliert, sodass es im Winter Wärme speichert und im Sommer ohne aktive Kühlung auskommt. Zusätzlich sorgen Photovoltaikzellen auf dem Dach für eine hohe Energieunabhängigkeit.

Die Montageabteilung in der neuen Produktionshalle in Frauenfeld.
Glatz reagiert auf Klimawandel mit Innovation
Auch Glatz ist vom Klimawandel betroffen, der für das Unternehmen sowohl neue Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt. Steigende Temperaturen in Städten erhöhen die Nachfrage nach professionellen Beschattungslösungen. Ein Beispiel dafür ist die Stadt Carcassonne in Frankreich, die auf massgeschneiderte Schirmsysteme von Glatz setzt, um öffentliche Plätze mit Grossschirmen zu beschatten und so die Sonneneinstrahlung zu reduzieren. Auch in Schaffhausen auf dem Stadtplatz Herrenacker sowie in Zürich auf dem Sechseläutenplatz hat Glatz städtische Beschattungskonzepte umgesetzt.
Gleichzeitig stellen die immer extremer werdenden Wetterbedingungen mit stärkeren Winden und plötzlichen Klimaschwankungen hohe Anforderungen an die Stabilität der Schirme. So halten die Glatz Schirme mit der richtigen Befestigung und Handhabung heute Windgeschwindigkeiten von bis zu 115 km/h stand, wie zum Beispiel auf dem Monte Generoso im Tessin. Deshalb investiert Glatz kontinuierlich in die Weiterentwicklung seiner Produkte, um sie nicht nur widerstandsfähiger, sondern auch funktionaler und eleganter zu gestalten.
Weltweiter Vertrieb mit Swissness
Um die weltweite Nachfrage optimal bedienen zu können, hat Glatz seine internationale Präsenz ausgebaut. Ein neu geschaffener Euro-Hub in Deutschland dient als Logistikzentrum für den europäischen Markt. Produktionsstandort für die hochwertigen Sonnenschirme bleibt aber bewusst Frauenfeld, denn Glatz steht auch für Swissness. Wichtig ist dem Unternehmen die individuelle Beratung, damit Kundinnen und Kunden die für sie und ihre Umgebung passende Lösung finden. Deshalb legt das Unternehmen grossen Wert auf die Ausbildung der internationalen Vertriebspartner. Diese werden am Firmensitz in Frauenfeld gezielt geschult, damit sie nicht nur fachkundig beraten, sondern Sonnenschirme direkt vor Ort auch fachgerecht montieren sowie Reparaturdienstleistungen erbringen können. Mittlerweile sind weltweit über 1’750 zertifizierte Vertriebspartner für Glatz tätig.
Glatz AG
Der Schweizer Sonnenschirmhersteller Glatz AG mit Sitz in Frauenfeld verbindet 130 Jahre handwerkliche Tradition mit innovativem Design. Ein Marktführer in Europa, der individuelle Sonnenschutzlösungen sowohl für den Privat- als auch für den Objektbereich bietet. Mit einer beeindruckend breiten Palette an Kombinationsmöglichkeiten und einem tief verankerten Qualitätsanspruch. Die GLATZ AG beschäftigt in Frauenfeld rund 100 festangestellte Mitarbeitende, darunter Fachkräfte aus den Bereichen Logistik, Mechanik, Engineering, Näherei und kaufmännische Berufe.
Am 17. Mai 2025 lädt die Glatz AG zu einem Tag der offenen Tür ein, bei dem der neue Firmensitz in Frauenfeld erkundet und spannende Einblicke in die Produktion gewonnen werden können.